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Shadow Ops: Red Mercury

geschrieben von Sascha Gläsel

Hersteller: Zombie Studios, Atari
Genre: Ego-Shooter
System: Xbox, PAL-Version
Besonderheiten: Sound THX zertifiziert, komplett deutsch, enthält auch englische Sprachversion
USK (ESRB): Geeignet ab 16 Jahren
Spieler: 1 - 8 (Live)
Testmuster von: eigene Anschaffung

Eine Atombombe im handlichen Kofferformat droht in die Hände von Terroristen zu fallen. Die CIA ist aufgeschreckt und versucht der Bombe habhaft zu werden. Ein Fall für den Delta Force Superdupersoldaten Frank Hayden. Was sich wie ein weiterer Stealth oder Taktik-Shooter Marke "Rainbow Six" oder "Splinter Cell" anhört, wurde von den Zombie Studios als gradlinige Ego-Ballerei inszeniert.

Shadow Ops Red Mercury Packshot (Xbox)Ihr führt Frank Hayden durch über zwei Dutzend bleihaltige Spezialaufträge im Kampf gegen den atomaren Terror. Anschleichen oder taktisches Vorgehen wird grundsätzlich nicht benötigt. Statt dessen geht es im Stile von "Medal Of Honor" oder "Red Faction 2" gradlinig und linear zur Shooter-Sache: Ihr tastet euch von Deckung zu Deckung auf Schauplätzen rund um den Erdball und schießt bis zum Levelende auf alles, was sich bewegt. Von Deckung zu Deckung? In allen Abschnitten findet ihr eine Menge an Kisten, Containern, herausragenden Häuserwänden, Autowracks oder großen Steinen, hinter denen ihr euch verschanzt um feindlichem Beschuss zu entgehen. Mithilfe des linken Schulterbuttons in Verbindung mit dem linken analogen Stick lehnt ihr euch aus der sicheren Deckung zur Seite, lugt an dem Hindernis vorbei und nehmt Gegner halb gedeckt aufs Korn.

Von Deckung zu Deckung
Guten Schutz bieten sie euch aber nur dann, wenn ihr komplett dahinter verschwindet. Gegnerische Soldaten haben nämlich gute Augen und nehmen euch auch hervorgelehnt treffsicher unter Feuer. Wartet ab, bis sie nachladen müssen, bevor ihr aus der Deckung zurückschlagt. Dafür stehen euch meist drei verschiedene Wummen und eine Granatenart zur Verfügung. Welche Kombi an Bleispritzen kann sich von Level zu Level ändern, muss aber nicht. In einigen Missionen nehmt ihr die Waffen und die Munition von der vorhergehenden mit. Selbst die Ausrüstung zusammensetzen ist nicht drin. In der Regel schultert Hayden ein Sturmgewehr, eine Pistole und ein Scharfschützengewehr. Gelegentlich darfs auch mal ein schweres Maschinengewehr, eine Schrotflinte oder eine Panzerfaust sein. Einen Zoom gibt es bei jeder Bleispritze, am größten und zudem variabel beim Snipergewehr. Möglichst kurze und gezielte Feuerstöße sind vonnöten, da schon im zweiten von vier Schwierigkeitsgraden ("Rekrut") in einigen Abschnitten Munitionsknappheit herrscht. Vor allem dann, wenn besiegte Gegner nicht die Mun zurücklassen, die ihr gerade braucht.

Shadow Ops Red Mercury Xbox

Beugt dem vor, indem ihr nicht immer nur an einer eurer drei Waffen klebt, sondern je nach Gefechtssituation eine andere benutzt. Weit entfernte Soldaten sind Futter für euer Snipergewehr. In engen Räumlichkeiten darf es ruhig mal die Pistole sein. Wie alle anderen Schießprügel ist auch eine Pistole absolut tödlich im Nahkampf einsetzbar. Es reicht bereits ein Schwinger mit dem Pistolenknauf oder dem Gewehrkolben um eure virtuellen Feinde auszuschalten. Habt ihr Blendgranaten, empfielt es sich eine euren Gegnern entgegenzurollen oder zu werfen (beides ist über die Tasten schwarz und weiß möglich) um die anschließend hilflosen Gesellen gefahrlos im Nahkampf zu bearbeiten. Doch Vorsicht: Egal ob Blend oder Splittergranate, gewitze Gegner kicken die Granaten gerne zurück an den Absender! Ist das Kampfgebiet feindfrei, schaut euch gewissenhaft um: Munitionsnachschub und Healthpacks warten meist versteckt in Ecken auf ihren ehrlichen Finder.

Gradlinige Actionkost
Die künstliche Intelligenz eurer Computerkontrahenten ist mittelprächtig ausgefallen. Gut: Sie suchen hinter Kisten oder Mauern Deckung und arbeiten sich meist zügig zu euch vor. Weniger schön: In einer Infiltrationsmission im Schnee von Kasachstan reckte und streckte sich eine Wache seelenruhig, obwohl ihr zu Füßen ein wenige Sekunden vorher von mir mit einer schallgedämpften Pistole niedergeschossener Soldat lag. Nicht selten kommt es vor, dass sie eigene Granaten gegen Hindernisse werfen, so dass sie mit selbstmörderischen Folgen zu ihnen zurückkullern. In einigen Missionen begleiten euch befreundete Soldaten oder andere Verbündete. Sie können von 08/15 Gegnern oder von eurem Friendly Fire nicht verletzt werden. Sie fallen offensichtlich nur dann, wenn es auch explizit von den Programmieren so vorgesehen ist. Ansonsten sind sie willkommene Verstärkung eurer Feuerkraft, auch wenn sie scheinbar nicht besonders viel Zielwasser getrunken haben und gerne mal wild in Bäume, Mauern oder Kisten direkt vor ihrer Nase ballern.

Shadow Ops Red Mercury Xbox

Der Spielablauf ist linear. Ihr kämpft euch durch feindverseuchtes Terrain auf der Suche nach dem Levelausgang. Dazwischen dürft ihr euch hinter eine Flak oder ein Maschinengewehr klemmen, das ein oder andere mit Sprengsätzen in die Luft jagen oder hier und da mal einen kleinen Knopf drücken. Diese oder andere Missionsziele lest ihr schwarz auf weiß im Pausenmenü nach. Sonst wird geballert, was das Zeug hergibt. Erschwert wird euch das Soldatenleben durch gescriptete Ereignisse, wenn zum Beispiel plötzlich feindliche Wachen aus Hinterhalten auftauchen. Dumm, wenn das gerade gegen Ende eines Levels vermehrt geschieht. "Shadow Ops" sind Rücksetzpunkte innerhalb der Abschnitte oder gar die Möglichkeiten in der Mission zu speichern nämlich fremd. Sterbt ihr den virtuellen Heldentod müßt ihr den kompletten Level wieder von vorne beginnen. Da einige zwanzig Minuten und länger dauern, durchaus ärgerlich. Hinzu kommen lange Ladezeiten (ca. 45 Sekunden), bevor ihr wieder loslegt. Da ärgert man sich gleich doppelt.

Mehrspielermatches on und offline
Neben der Solokampagne bietet euch "Shadow Ops" auch Mehrspieleraction sowohl offline via Splitscreen, als auch über System Link oder Xbox Live. Zu zweit durchstreift ihr zehn spezielle Koop-Abschnitte im Splitscreen (nicht online). In überwiegend flüssiger Optik müßt ihr euch gegenseitig Deckung gebend bis zum Levelausgang schießen. Healthpacks und Munitionskisten sollten brüderlich geteilt werden, damit niemandem die Puste oder die Munition ausgeht. Hat es einen der beiden Spieler erwischt, müßt ihr wie im Solo-Part wieder von vorne beginnen. Hinzu kommen die Multiplayermodi Deathmatch, Team Deathmatch, Capture the Flag und V.I.P.-Eskorte (ein Team muss ein V.I.P. beschützen während das andere ihn auszuschalten trachtet). Entweder mit bis zu vier Spielern im Splitscreen - allerdings ohne zuschaltbare Bots - oder mit bis zu acht Actionfreunden online.

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Die Schauplätze sind abwechslungsreich. Ihr kämpft euch von kriegerischen Auseinandersetzungen gezeichnete Stadtszenarien Vorderasiens, schleicht durch schneebedeckte Landschaften, behauptet euch in den engen Gängen eines Schiffes, erwehrt euch eurer virtuellen Haut in den Räumlichkeiten einer Forschungsanlage und macht zum Abschluss einen Abstecher nach Paris. Meist bleibt die Bildrate flüssig. Gelegentlich kommt es zu Rucklern, die sich spielerisch grundsätzlich nicht negativ auswirken. Pixelblut bekommt ihr keines zu Gesicht, Leichen verschwinden nach einiger Zeit. Ist auch besser so, da sie teilweise halb in der Luft schweben, wenn sie zum Beispiel auf Treppen oder Kisten zum liegen kommen. In geduckter Stellung könnt ihr keine Abgründe herunterfallen. Sehr praktisch auf den Dächern von Paris. Die Kehrseite der Medaille: Ihr bleibt gelegentlich geduckt an mancher Deckung hängen.

Grandiose Sounduntermalung
Was den Sound angeht kann kein anderes Action Spiel derzeit "Shadow Ops" das Wasser reichen. Dank THX zertifizierten Soundeffekten kommt das Kampfgetöse eine entsprechende Anlage vorausgesetzt enorm packend aus den Lautsprechern. Auch spielerisch ist euch das Ganze eine Hilfe, macht ihr doch durch die Ausrufe eurer Gegner deren Standort akustisch besser aus und müßt euch nicht nur auf die optische Anzeige am Zielkreuz verlassen, wenn ihr unter Feuer genommen werdet. Richtig zur Geltung kommt dies aber nicht in allen Missionen sondern vornehmlich dort, wo ihr in Häuserkämpfen mit computergesteuerten Kameraden im Solomodus unterwegs seit.

Anmerkung in eigener Sache
Da ich nicht über Xbox Live verfüge, bezieht sich dei Wertung ausschließlich auf den offline Part von "Shadow Ops".

fazit

"Shadow Ops: Red Mercury" ist eine gradlinige und lineare Ballerei der alten Ego-Shooter Schule. Dank grandioser Soundkulisse und spannend inszenierter Missionen eine enorm atmosphärische und packende Ego-Knallerei. Umfang der Solo-Kampagne geht mit seinen 25 teils langen Abschnitten ebenfalls in Ordnung, zumal Fans von Mehrspielerpartien zehn Extra Splitscreen Kooperationsmissionen und Xbox Live Action geboten bekommen. Allerdings müßt ihr bei den ellenlangen Ladezeiten etwas Geduld mitbringen - ich liebe es, wenn man schon zu Beginn die ganze Logos der Hersteller nicht abbrechen kann. Ebenfalls lästig: Keine Speicherfunktion oder Rücksetzpunkte innerhalb der Missionen. Einige längere Aufträge werdet ihr deshalb zwei oder dreimal komplett von vorne angehen müssen. Schreckt euch dies nicht, dann solltet ihr unbedingt zugreifen. "Shadow Ops: Red Mercury" gewinnt für den Spielablauf oder die Hintergrundgeschichte zwar keinen Innovationspreis, ist aber nichtsdestotrotz ein packender und herausfordernder Ego-Shooter (sag).


positiv:

  • atmosphärisch dichte Missionen
  • packende Sounduntermalung THX zertifiziert
  • aus Deckung feuern möglich
negativ:
  • lange Ladezeiten
  • keine Zwischenspeicherung in Missionen
  • gelegentliche Ruckler


grafik: 8.0 | sound: 9.0 | gameplay: 7.5 | gesamt: 8.0
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