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Tony Hawk's Skateboarding

geschrieben von Sascha Gläsel

Hersteller: Activision / Neversoft
Genre: Fun-Sport (Skateboarden)
System: Nintendo 64, PAL-Version
Besonderheiten: Rumble-, Expansion- und Controller Pak (min. 11 Blöcke)
USK (ESRB): ab 6 Jahren
Spieler: 1-2
Testmuster von: Activision

Ihr träumtet immer schon davon ohne Blessuren spektakuläre Stunts mit einem Skateboard in einer Half-Pipe zu zeigen, fliegt aber in Real Life immer sofort auf die Fresse, wenn ihr euch einem Skateboard anvertraut? Jetzt gibt es als virtuelle Alternative ohne Verletzungsgefahr den PlayStation Überraschungserfolg "Tony Hawk's Skateboarding" auch für Nintendos 64-Bitter für alle verhinderten Boardakrobaten.

Ihr startet eure virtuellen Abenteuer nicht mit irgendwem, sondern steuert aus der Skateboard-Szene bekannte Sportler durch die diversen Level des Spieles. Allen voran natürlich den namensgebenden Tony Hawk, die Legend unter den Skateboardfreaks. Daneben schlummern noch neun weitere Akteure auf dem Modul, die sich nicht nur optisch voneinander unterscheiden, sondern dank unterschiedlicher Eigenschaften zum Beispiel in den Sparten Geschwindigkeit oder Balance auch anders fahren.

Es gibt viel zu tun
Wagt ihr euch zum ersten Male auf die Boards, bietet euch "Tony Hawk" recht spartanische Auswahlmöglichkeiten. Nur eine Strecke und zwei verschiedene Boards pro Skater dürfen in drei Solo und drei Zweispielermodi angewählt werden. Erst durch Erfolge im Career Modus, die mit Videokasseten belohnt werden, spielt ihr weitere Strecken oder Boards frei. An die begehrten Kassetten (fünf gibt es pro Level zu ergattern) kommt ihr durch Erfüllung verschiedenster Aufgaben heran. Sammelt zum Beispiel innerhalb eines Zeitlimits alle in den jeweiligen Abschnitten verstreute Buchstaben auf, findet ein gut verstecktes Videoband, zerdeppert Infoschilder oder Postkästen oder erskatet euch mit allerlei Tricks eine bestimmte Punktzahl. Aber keine Angst, ihr müsst nicht alle der fünf Videobänder in einem Rutsch erringen, sondern könnt euch auf Wunsch auf eines der Bänder konzentrieren, da nach einem Durchgang die bisher erhaltenen Videokassetten gespeichert werden.

Vor allem treue Fans von Nintendos "1080° Snowboarding" werden die Steuerung schnell verinnerlicht haben und schnelle Erfolgserlebnisse feiern. Die Tricks legt ihr fast wie in Nintendos Snowboardreferenz auf den Asphalt. Wichtig bei den ganzen Kunststückchen, dass ihr immer das Board wieder richtig ausrichtet. Bei quergestelltem Skateboard haut es euch in Nullkommanichts auf die Bretter. Dabei solltet ihr euch aber nicht auf einige wenige konzentrieren, da Abwechslung erste Skaterpflicht ist. Die Punktzahl, die ihr für einen Trick einstreicht, verringert sich nämlich, je öfter ihr ihn ausführt. Hohe Punktzahlen fährt nur derjenige ein, der alle Trickregister seines Boarderhelden zieht. Jeder Athlet hat darüber hinaus auch noch seine speziellen Tricks auf Lager, die ihr bei aufgeladenem Energiebalken ausführt. Den Balken füllt ihr auf, indem ihr mehrere möglichst spektakuläre Stunts vorführt ohne zu stürzen.

Massig Kunststückchen
Tony Hawk und Konsorten habe eine Menge dieser spektakulärer Kunststückchen in Petto, die ihr euch übrigens in einem Extras Menü in aller Ruhe zu Gemüte führen dürft. Fast alles, was ihr in den verschiedenen Leveln findet, kann für diverse Boardakrobatik zweckentfremdet werden. Grindet über Geländer oder Parkbänke oder benutzt einen trocken gelegten Swimmingpool als Half-Pipe Ersatz. Die Level sind zudem recht abwechslungsreich und stellen euch vor immer neue Herausforderungen. Geht es im ersten, der Lagerhalle, noch recht beschaulich zu, erfordern aufmüpfige Taxifahrer auf den Strassen und Plätzen von Minneapolis und San Francisco eure ganze Konzentration.

Daneben finden auch noch drei Wettbewerbe statt, bei denen ihr ausnahmsweise mal keine Videokassetten ergattert sondern um Gold, Silber und Bronze Medaillen fahrt. Dreimal hintereinander führt ihr innerhalb eines Zeitlimits so viele spektakuläre Tricks wie möglich vor ohne euch langzulegen. Am Ende wird eine Punktzahl bis maximal 100 errechnet, die abhängig von den gezeigten Tricks und der Anzahl der Stürze ist. Die Endpunktzahl ermittelt sich aus der Summe der beiden besten Durchgänge (ihr habt also ein Streichergebnis). Um an die Goldmedaille heranzukommen, solltet ihr möglichst nicht auf die Fresse fallen und eine abwechslungsreiche und spektakuläre Trickshow bieten um an den besten Computerkonkurrenten, die Punkte jenseits der 90 einfahren, heranzukommen. 

Videobänder und Medaillen pflastern seinen Weg
Ihr bekommt auf diesem Weg für Medaillen und Videobänder nicht nur neue Strecken sondern auch für jeden Skater eine Menge neuer Boards kredenzt, mit denen ihr schneller fahrt oder noch einfacher Tricks vollführt. Neben den eigentlichen Boards dürft ihr vor einer Fahrt auch noch die Achsen aussuchen und die Farbe der Rollen, wobei letzteres rein kosmetischer Natur ist und sich auf das Fahrverhalten des Boards nicht auswirkt. Die Bretter selbst sind fantasievoll bemalt und entsprechen, wie schon die Skater, realen Vorbildern.

Grafisch hat Tony Hawk nicht übermäßig viel zu bieten. Vor allem die verwaschene Optik enttäuscht etwas. Dafür werden aber tadellos animierte Sportler geboten (noch detaillierter mit Expansion Pak), die sich zudem in nicht ganz so trist texturierten Abschnitten tummeln. Bei genauerem Hinsehen entdeckt ihr zum Beispiel Graffitis an diversen Wänden. Für eine High-Res Auflösung hat es auch mit Speichererweiterung nicht gereicht. Mir ist ehrlich gesagt auch eine niedrigere Auflösung lieber, die schön flüssig über den Bildschirm flutscht, als eine hohe Auflösung, die nur ein ruckeliges Vergnügen bietet. 

Kein Vier-Spieler-Spaß
Auch im Multiplayermodus geht Tony Hawk nicht in die Knie. Allerdings kann man maximal nur mit einem Kumpel um den Sieg grinden. Für Verwirrung kann die Wahl des Bildschirmmodus sorgen da ihr während einer laufenden Partie zwischen horizontal oder vertikal gesplittetem Bild umschalten könnt. Drei unterschiedliche Modi sorgen für Abwechslung. Ihr fahrt zwei Minuten lang in demselben Level frei herum und versucht eine möglichst hohe Punktzahl zu ertricksen, färbt Hindernisse in eurer Farbe ein, indem ihr spektakulärere Tricks ausführt, als euer Konkurrent, oder wetteifert einfach um den besten Stunt.

Untermalt werden eure Aktionen von abwechslungsreichen poppigen Rythmen. Hier holten die Entwickler eine ganze Menge aus den Chips des N64 heraus. Selten habe ich so gute Musik auf dieser Konsole gehört.

fazit

"Tony Hawk's Skateboarding" bietet eine Menge Spaß fürs Geld. Die abwechslungsreichen Strecken und die unterschiedlichen Skater werden euch dank ausgefeilter Steuerung lange vor dem Bildschirm fesseln zumal ihr euch fast alles in diesem Game durch "harte" Arbeit erspielen müsst (hey, cheaten zählt nicht ;-) ).

Wer seines "1080° Snowboarding" überdrüssig geworden ist und ein vom Spielablauf ähnliches Game sucht, sollte hier zuschlagen. (sag)


grafik: 7.5 | sound: 8.0 | gameplay: 9.0 | gesamt: 8.5
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