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The Legend of Zelda: Majora's Mask

geschrieben von Florian Matthey

Hersteller: Nintendo
Genre: Action-Adventure
System: Nintendo 64, US-Version
Besonderheiten: benötigt Expansion Pak, unterstützt Rumble Pak
USK (ESRB): Everyone
Spieler: 1
Testmuster von: Eigenimport

Neben den Spielen der "Super Mario"-Reihe sind die "Legend of Zelda"-Titel die wohl traditionsreichsten Nintendos. Beide stammen sie von Spieleguru Shigeru Miyamoto, und beide durften bisher auf noch keinem Nintendo-System fehlen (vom gefloppten Virtual Boy mal abgesehen). Obwohl sich Fans des Spiels rund um Prinzessin Zelda, Link, der Held der Serie und der Zelda-Welt Hyrule schon vor zwei Jahren erstmals mit "The Legend of Zelda: Ocarina of Time" in einer dreidimensionalen Umgebung austoben durften, schiebt Nintendo nun schon den zweiten Teil für das Nintendo 64 nach: "The Legend of Zelda: Majora's Mask".

Gleich zu Beginn wird euch in einer Echtzeitsequenz die Geschichte des Spiels erzählt. Nachdem Link im ersten N64-Zelda die Welt von Hyrule gerettet hat, kann er sich nicht lange ausruhen - als er mit seinem Pferd durch den Wald reitet, wird er plötzlich von zwei Feen und einer merkwürdigen, maskierten Gestalt überfallen. Link ist zunächst bewusstlos, was der Maskierte schamlos ausnützt, um Links magische Flöte, die Ocarina of Time, zu stehlen.

Link kommt jedoch schnell wieder zu Bewusstsein. Als der Räuber dies merkt, schnappt er sich Links Pferd und reitet davon. Link, der sich zunächst am Fuß des Pferdes festgehalten hat, wird von seinem Widersacher jedoch schnell abgeschüttet und muss ihm zu Fuß folgen. Als er ihn dann erreicht, erkennt er, dass er es nicht mit einem ordinären Räuber zu tun hat. Link wird nämlich plötzlich in eine aus "Ocarina" bekannte Kreatur verwandelt, einen Deku. Als dieser folgt er nun dem Maskierten, welcher ihm aber entkommen kann - nicht aber eine der beiden Feen, welche sich dann Link gezwungenermaßen anschließt, um nicht zurückzubleiben und da sie selber wissen möchte, was eigentlich vor sich geht. Die beiden finden sich dann in einer neuen Welt Namens "Termina" wieder, anders als Links Heimatland Hyrule.

Dort trifft Link einen Maskenverkäufer, welcher ihm heimlich gefolgt ist. Dieser teilt Link mit, dass er unbedingt die Maske des Räubers holen muss, da diese magische Kräfte habe und ihren Träger negativ beeinflusse. Auch könne er Link in seine ursprüngliche Gestalt zurückverwandeln, dafür bräuche er aber die Ocarina. Link macht sich also auf den Weg, den maskierten zu finden um ihm sowohl die Maske als auch die Flöte abzunehmen. Als Link nun Termina genauer erkundet, erkennt er, dass er es nicht nur mit einer einfachen Jagd zu tun hat, die in kurzer Zeit erledigt ist: Diese Welt ist dazu verdammt, in drei Tagen unterzugehen, weil sich der Mond der Erde immer mehr nähert. Ist die Zeit abgelaufen, wird er auf die Erde stürzen und alles zerstören. Dass dies durch den Einfluss des Maskierten passiert, stellt sich schnell heraus, denn am Ende des dritten Tages stellt sich Link diesen im Kampf - und bekommt seine Flöte wieder. Es ist allerdings schon zu spät, der Mond hat die Erde fast erreicht. Link erinnert sich aber an den "Song of Time", den er von Prinzessin Zelda gelernt hat und bittet mit diesem die Götter um mehr Zeit... und findet sich plötzlich am Anfang des ersten Tages wieder.

Nachdem euch der Maskenverkäufer in euer Menschliches ich zurückverwandelt habt, bekommt ihr die Deku-Maske, mit deren Hilfe ihr zwischen Deku- und Menschen-Link wechseln könnt - auch im späteren Verlauf des Spiels wird es wichtig sein, die Gestalt in verschiedenen Situationen zu wechseln. Der "Song of Time" hilft euch, immer wieder am ersten Tag anzufangen, da in den zur Verfügung stehenden drei Tagen bei weitem nicht alles erledigt werden kann. Natürlich muss man nicht das gesamte Spiel wieder von vorne beginnen, entscheidende Gegenstände bleiben euch auch nach dem Spielen des Liedes erhalten.

Das gesamte Spiel lebt eigentlich durch zwei Dinge: Einmal die Dungeons, welche natürlich in keinem Zelda-Teil fehlen dürfen, andererseits findet ihr im Spiel unglaublich viele Sidequests, die das ganze etwas auflockern. Aufgrund dessen gibt es im Spiel nur vier verschiedene Dungeons, welche natürlich auch entsprechend groß sind. Zelda-typisch sind sie abwechslungsreich gestaltet, auch wieder mit den bekannten Elementen: Man kommt im Dungeon voran, bis man einen bestimmten Gegenstand in seinen Besitz gebracht hat (sei es ein Enternhaken, ein Pfeil oder ähnliches), mit dessen Hilfe man dann den Dungeon auch letztendlich beenden kann. Auf dem Weg dorthin kann man zur besseren Orientierung den bekannten Kompass und die Karte einsetzen, welche man sich auch erspielen muss. Zusätzlich löst man dann verschiedene Rätsel und sucht sich Schlüssel, um vorher verschlossene Türen zu öffnen. Natürlich darf bei keinem Dungeon ein Boss fehlen, welchen ihr nur im Besitz des großen Schlüssels herausfordern könnt. Soweit also nichts neues beim altbewährten Konzept. Wollt ihr jedoch noch nützliche extra-Items bekommen, müsst ihr in jedem Dungeon kleine Feen sammeln, welche dort vom Maskierten versteckt wurden. Habt ihr diese alle gefunden, können sie sich zusammen wieder zu einer der großen Feen verwandeln.

Wie gesagt spielen aber auch die Sidequests eine wichtige Rolle, welche zwar nicht direkt im Zusammenhang mit dem eigentlichen Spielverlauf stehen, aber genauso viel Spaß machen können bzw. auch sehr nützliche Extras für euch bedeuten können. Neben vielen, vielen kleinen Nebengeschichten im Spiel, welche euch überhaupt erst weiterkommen lassen (wie zum Beispiel die Deku-Prinzessin, die ihr aus dem Sumpf retten müsst), gibt es eben diese, welche ihr nach Lust und Laune miterleben könnt. Sei es die Rettung der Kühe auf der Farm, hilft man einer alten Frau vor Dieben, besorgt man einen Edelstein, den der Deku-Mann seiner Frau schenken kann, hilft man den Fröschen, zusammenzukommen, um ein Konzert zu haben, wollt ihr vielleicht am Goron-Rennen teilnehmen oder am Pferderennen teilnehmen - die vielen, vielen kleinen Aufgaben im Spiel lassen sich kaum zählen. Damit ihr nicht den Überblick verliert, werden die verschiedenen Schlüsselpersonen bei euch im "Bombers"-Buch vermerkt, welches ihr zu Anfang des Spiels bekommen habt. Habt ihr herausgefunden, wie ihr den verschiedenen Personen helfen könnt, wird auch dies im Buch vermerkt.

So werdet ihr im Spiel auch immer wieder bekannte Gesichter sehen, denn offensichtlich handelt es sich bei Termina um eine Art Parallelwelt zu Hyrule, in der ihr viele Personen, die ihr schon in "Ocarina" gesehen habt, wiedertreffen könnt.

Wer eben dieses schon kennt, wird von der Grafik auf jeden Fall nicht überwältigt werden. Das Expansion Pak wird zum Spielen vorausgesetzt, die optischen Änderungen zum Vorgänger befinden sich allerdings nur im Detail. So sind die Texturen ein wenig abwechslungsreicher, die einzelnen Räume etwas größer und detailreicher gestaltet. Allerdings fragt sich, ob man vom altersswachen Nintendo 64 überhaupt mehr erwarten kann, ohne auf andere Vorzüge verzichten zu müssen, die das Spiel sicherlich hat - so gibt es zum Beispiel keinerlei lästigen Nebel, auch Pop-Ups bleiben uns erspart. Der Stil der Optik ist natürlich weiterhin familiengerecht gehalten, allerdings wirken viele Orte im Spiel jetzt etwas düsterer, als es noch bei den Vorgängern der Fall war.

Auch soundtechnisch bietet das Spiel nichts wirklich neues. Die Soundeffekte sind in Ordnung, mitlerweile geben viele Figuren auch kurze Laute von sich, welche sich allerdings auf ein "Hi" oder ein "Ah!" beschränken - durchgehende Sprachausgabe wäre wohl einfach zu umfangreich gewesen, vor allem für den begrenzten Speicherplatz eines Moduls. Was man allerdings sehr wohl hätte verbessern können ist die Musikuntermalung. Zwar ist sie insgesamt wohl besser gemacht als die im Vorgänger, so gibt es nun auch z.B. das von den Vor-N64-Zeldas bekannte Thema der Serie wieder. Auch sind viele, meist ruhigere bzw. düstere Stücke sehr gut für das Vermitteln der Atmosphäre im Spiel. Leider kommen die benutzen Instrumente jedoch nie über das ordinäre MIDI-Gedudel heraus, welches oftmals einfach nicht lebensecht genug wirkt. Vor ein paar Jahren war das sicherlich noch ausreichend, mittlerweile ist man allerdings auch auf dem Nintendo 64 Besseres gewöhnt.

Zum Gameplay lässt sich nur soviel sagen: Wer den Vorgänger gespielt hat, wird sich hier sofort zurechtfinden. Warum hätte man auch was ändern sollen? Neu sind nur die Möglichkeiten, welche man mit den verschiedenen Figuren nutzen kann, in die sich Link im Laufe des Spiels mit Hilfe von diversen Masken verwandelt (Deku, Goron und Zora). Sonst ist alles beim Alten geblieben. Sehr gut gelöst ist weiterhin das Kampfsystem, "Z-Targeting" genannt - man visiert sozusagen einen Gegner an, um den sich Link dann im Kreis herumbewegen kann, um ihn dann im richtigen Moment anzugreifen.

fazit

Tja, was soll ich sagen? Respekt, Nintendo, da habt ihr wieder mal etwas ganz großes geschaffen, und das in so kurzer Zeit nach dem letzten Zelda-Teil.

Stellt sich nun die große Frage, wie schlägt sich "Majora's Mask" gegen "Ocarina of Time"? Meiner Meinung nach ist das reine Geschmackssache. Während sich "Ocarina" viel mehr auf die Dungeons konzentriert hatte (deswegen gab's auch wesentlich mehr), sind bei "Majora" die Subquests viel ausschlaggebender.

Wer sich also beim letzten Teil von den vielen Dungeons etwas genervt gefühlt hat und später nur darauf gewartet hat, aus diesen wieder herauszukommen (war z.B. bei mir so), wird sich hier wohler fühlen, andere mögen wohl gerade die Dungeons. Ganz klar ist aber: Das Spiel sollte in keiner N64-Sammlung fehlen, vor allem Fans von Action-Adventures können bedenkenlos zuschlagen.


grafik: 8.5 | sound: 7.5 | gameplay: 9.5 | gesamt: 9.0
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