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F-Zero X

geschrieben von Sascha Gläsel

Hersteller: Nintendo
Genre: Rennspiel
System: Nintendo 64, US-Version
Besonderheiten: unterstützt Rumble Pak; Speicherung auf Modul
USK (ESRB): E(verybody)
Spieler: 1 - 4
Testmuster von: eigene Anschaffung

Es war einmal ein Spiel, das die Grafikfähigkeiten einer damals neuen Videospielkonsole eindrucksvoll aufzeigen sollte. Heraus kam mit "F-Zero" ein zum Klassiker auf dem Super Nintendo avancierendes futuristisches Rennspiel, das bis heute nichts von seiner Faszination eingebüßt hat. Unter den wachsamen Augen von Nintendos Starproduzenten Shigeru Miyamoto entstand mit "F-Zero X" der Nintendo 64 Nachfolger des Kultstatus genießenden Highspeed Spektakels.

Das Herzstück von "F-Zero X" bilden die verschiedenen Cup Wettbewerbe. Es gilt sich gegen 29 (!) Computergegner auf den sechs verschiedenen Strecken eines Cups durchzusetzen. Sind die Strecken auf dem 'Jack Cup' noch schön breit mit langgezogenen Kurven und einer Randbegrenzung, die das Abkommen von der Rennstrecke verhindert, fordern im 'King-Cup' enge Kurven und weite Sprünge in halsbrecherischen Tempo Eure volle Aufmerksamkeit um nicht von der Piste zu fliegen. Als Belohnung für Eure Mühen könnt Ihr, ausreichend Siege vorausgesetzt, neben den sechs am Anfang zur Auswahl stehenden Boliden schrittweise noch weitere 24 Fahrzeuge freischalten. Außerdem winken noch zwei weitere Cups (letzterer mit zufallsgenerierten Strecken, die allerdings von der Streckenführung recht lahm ausgefallen sind und mit den normalen Kursen nicht mithalten können) und ein weiterer Schwierigkeitsgrad ('Master').

Gegen 29 Konkurrenten bestehen
Die 29 Konkurrenten machen es Euch aber nicht leicht an die ganzen Goodies heranzukommen. Da wird geschubst und gedrängelt was das Zeug hält (besonders aggressiv natürlich im 'Expert' und 'Master' Schwierigkeitsgrad). Hier heißt es die Ellbogen ausfahren und sich mit Hilfe der 'Spin' und 'Side' Attacke zur Wehr zu setzen, damit Eure Energieleiste nicht vorzeitig auf den Nullpunkt sinkt (und Ihr so ein Leben verliert). Da jedes Rennen in umgekehrter Reihenfolge des vorhergegangenen gestartet wird, habt Ihr solche Manöver auch bitter nötig um Euch durch die ganze Meute zu kämpfen. Als besonders lohnendes Ziel solltet Ihr das Fahrzeug über dem 'Rival' prangt immer im Auge behalten. Diesen aus dem Rennen zu schubsen bringt Euch im Cup ein großes Stückchen weiter, da es sich bei diesem Kollegen um den führenden in der Gesamtwertung handelt (bzw. Euren ärgsten Verfolger, falls Ihr die Spitzenposition einnehmt). Verwandelt Ihr darüber hinaus die Fahrzeuge von fünf Konkurrenten in einem Rennen in rauchende Wracks, dürft Ihr ein Extraleben einsacken.

Übrigends, im 'Death Race' Modus könnt Ihr die Angriffsattacken hervorragend trainieren. Gilt es doch hier, auf einem einfachen Rundkurs alle Konkurrenten so schnell wie möglich zu Schrott zu fahren. Die schnellste Zeit wird auf dem Modul abgespeichert.

Wohlüberlegter Nachbrennereinsatz
Ab der zweiten Runde steht Euch ein Nachbrenner ('Boost') per Knopfdruck zur Verfügung. Doch kostet eine derartige Beschleunigung kostbare Energie, weshalb man den Booster möglichst wohldosiert, das heißt dort, wo er am meisten bringt, nämlich auf langen Geraden, einsetzt. Eure Energie könnt Ihr auf violetten Feldern wieder auffrischen. Ein bis zwei solcher Ladestationen findet Ihr auf jeder Rennstrecke.

Die dreißig zur Auswahl stehenden Vehikel unterscheiden sich in 'Body' (wie gut steckt die Maschine Rempler der Konkurrenten und unsanften Kontakt mit der Streckenbegrenzung weg), 'Boost' (je besser der Wert umso größer ist die Beschleunigung beim Boost) und 'Grip' (Bodenhaftung der Boliden). Den perfekten Wagen gibt es nicht; in irgendeiner Kategorie gibt es immer eine schlechte Bewertung. Vor einem Rennen könnt Ihr Im 'Engine Settings' Menü Euren Boliden auf höhere Endgeschwindigkeit (auf Kosten der Beschleunigung) oder auf bessere Beschleunigung (auf Kosten der Höchstgeschwindigkeit) trimmen. Gefällt Euch die Farbe Eure Renners nicht, könnt Ihr sie hier ändern.

Speed über Grafikpracht
Bei der Grafik hat Nintendo dem Geschwindigkeitsrausch alles untergeordnet. Optisch unspektakuläre mit wenig grafischen Zuckerln verschönte Rennstrecken und aus recht wenig Polygonen zusammengesetzte Boliden lassen sich locker ob des Affenzahns, mit dem die Grafik immer flüssig vor euren Augen vorbeirast, verschmerzen. Die Highspeedhatz wird untermalt von rockigen Rythmen, die ihren Teil zur hohen Adrenalinausschüttung bei "F-Zero X" Spielern beitragen.

Ein Controller Pak ist dank eingebautem EEPROM zur Spielstandsicherung nicht nötig. An dessen Stelle könnt Ihr ein Rumble Pak einsetzen, das Euch handfest darauf aufmerksam macht, wenn Ihr mal wieder die Randbegrenzung streift oder unsanften Kontakt mit einem Konkurrenten hattet.

"F-Zero X" speichert eine Menge auf dem Modul ab. Neben den obligatorischen Dingen, wie die freigeschalteten Cups und Wägelchen, finden auf dem Modul auch noch die fünf besten Zeiten im Time Trial der verschiedenen Strecken inklusive Motoreinstellung Platz. Hinzu kommt die beste Rundenzeit sowie die höchste Geschwindigkeit, die Euer Bolide auf dem Kurs geschafft hat. Doch nicht genug damit. Ihr könnt sogar einen Ghost auf dem Modul festhalten (auf jeder Strecke könnt Ihr im Time Trial zudem noch einen einprogrammierten 'Staff Ghost' freispielen, wenn Ihr eine bestimmte Zeit unterbieten könnt; die einprogrammierten Ghost's zu schlagen ist aber unheimlich schwer). Außerdem merkt sich das Spiel, welche Maschine Euch in den verschiedenen Schwierigkeitsgraden in welchem Cup Wettbewerb zum Sieg geführt hat.

Nur vier Wagen im Multiplayer
Bis zu vier Spieler können in "F-Zero X" gegeneinander antreten. Wahlweise übernimmt der Computer einen oder mehrere Fahrer, wenn Ihr keine vier Freunde vor dem Fernseher versammeln könnt. Leider fahren dann auch wirklich nur maximal vier Wagen auf den Rennstrecken. Einen Modus, in dem Ihr zum Beispiel mit drei Kumpels zusammen ein Dreißigerfeld aufrollen könnt, gibt es nicht. Dafür hat man aber an ein Handicapsystem gedacht, damit Anfänger nicht von vornherein von den Profis in Grund und Boden gefahren werden. Treten nur zwei Fahrer gegeneinander an, steht ein horizontal geteilter Splitscreen zur Verfügung anstelle des vierfach geteilten Bildschirmes.

Die Anleitung ist auf gewohnt hohem Nintendo Niveau. Hoher Informationsgehalt und auch noch schön anzuschauen, so sollte eine Anleitung sein. Neben einzelnen Spielmodi werden zudem noch alle Fahrer im Detail vorgestellt. Vorbildlich.

fazit

Wahnsinn, wahnsinn, wahnsinn. Es ist schon unglaublich, mit welchem Affenzahn Ihr durch die ansprechend designten Rennstrecken düst. Bei den Hochstgeschwindigkeitsrennen und den vielen Gegnern seit Ihr so beschäftigt, dass Euch gar nicht auffällt, wie trostlos die Grafik abseits der Strecke eigentlich ist. Neben einer guten Streckenkenntnis wird Euch aber auch eine Prise Taktik abverlangt. Der Boost will dosiert an den richtigen Stellen eingesetzt werden, damit ihr keine kostbare Energie verschwendet. Gewiefte Fahrer haben Ihren Energievorrat vor der Tankstation bis auf ein letztes Fitzelchen aufgebraucht.

Dank vieler Kurse und Rennboliden sowie motivierendem Schwierigkeitsgrad ist langer Spielspaß garantiert (sag).


grafik: 7.0 | sound: 8.5 | gameplay: 9.5 | gesamt: 9.0
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