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Star Wars: Rogue Squadron

geschrieben von Sascha Gläsel

Hersteller: LucasArts / Factor 5
Genre: 3D Shoot ´em Up
System: Nintendo 64, US-Version
Besonderheiten: unterstützt Rumble und Expansion Pak; drei Spielstände auf Modul
USK (ESRB): T(een)
Spieler: 1
Testmuster von: eigene Anschaffung

Die Heroen des Star Wars Universums sind zurück. Als Mitglied des von Luke Skywalker und Wedge Antilles gegründeten "Rogue Squadron", dem die zwölf besten Piloten der Rebellenallianz angehören, zeigt Ihr den imperialen Truppen in 16 Missionen (plus Bonuslevel), was eine Harke ist.

Sowohl defensive als auch offensive Aufträge werden Euch anvertraut. Ihr bewährt Euch in der Verteidigung von Städten, dem Konvoischutz oder fegt mit Vollgas durch imperiale Stellungen und legt bombigerweise Fabriken, Schildgeneratoren, Radarstationen und andere wichtige Installationen in Schutt und Asche. Dabei stehen Euch Eure Kumpel der Elitestaffel hilfreich zur Seite, die in heißen Gefechten jedoch oft selbst einmal Eurer Unterstützung bedürfen.

Vom X-Wing bis zum Millenium Falcon
Im Hangar der Rogue Squadron stehen verschiedene aus den Filmen bekannte Kampfflieger vollgetankt bereit. Neben X-, Y- und A-Wing sowie dem Airspeeder stehen Euch im weiteren Spielverlauf auch noch der pfeilschnelle V-Wing und Han Solos Millenium Falcon zur Verfügung. Neben der Hauptbewaffnung (Blasterkanonen) seit Ihr je nach Typ noch mit einer Sekundärwaffe (meist in Form von Torpedos, Bomben oder Raketen) ausgerüstet, deren Munition aber meist arg limitiert ist. Die Effektivität der verschiedenen Waffen lässt sich erhöhen, wenn Ihr in den einzelnen Level verstreute Secrets findet. Der schnelle aber schwach gepanzerte AirSpeeder führt das beliebte Tow Cable mit sich, mit dem Ihr, wie in der Filmvorlage, AT-AT's ein Bein stellt.

Zu Beginn einer jeden Mission werden Euch die Ziele per Sprachausgabe (!) näher gebracht. Nachdem Ihr Euch in der Heimatbasis für einen Kampfraumer entschieden habt (zu Beginn seit Ihr meist auf einen vorgegebenen Flieger festgelegt) gehts mit der Action auf für Fans zum Teil wohl bekannten Schauplätzen auch schon los. Im Prinzip heißt das, alles was rot auf dem kleinen Radar erscheint, niedermachen, alles was grün erstrahlt verschonen und gegebenenfalls beschützen. Zugleich solltet Ihr aufpassen, dass Ihr in den teilweise engen Canyons und Schluchten keinen unsanften Kontakt mit dem Boden oder Gebäuden habt. Ein Leben (drei stehen Euch zur Verfügung) geht ansonsten nur allzu schnell verloren.

Medaillen winken dem siegreichen Krieger
Am Ende eines Auftrages seht Ihr noch einmal schwarz auf weiß, wie gut Ihr wart. Habt Ihr vorgegebene Richtwerte übertroffen (bestimmte Zahl von Abschüssen oder beschützen Einheiten; innerhalb eines Zeitlimits geblieben), winken sowohl Bronze-, Silber- oder Gold-Medaillen als auch Beförderungen. Vorausgesetzt Ihr hamstert in jedem Level eine solche Medaille, werden Bonusabschnitte freigeschaltet. Wenn Ihr eine Mission einmal geschafft habt, dürft Ihr sie übrigens beliebig oft wiederholen um an eine der begehrten Auszeichnungen zu kommen oder eine der wichtigen Extras (vor allem für spätere Missionen) zu suchen.

Das so richtig Star Wars Feeling aufkommt liegt in hohem Maße an den vielen, vielen Zwischensequenzen (auch während einer Mission werdet Ihr immer wieder über den Verlauf einer Schlacht in kleinen Filmschnipseln auf dem Laufenden gehalten) und dem für Nintendo 64 Verhältnisse massiven Gebrauch von Sprachausgabe. Was da alles auf das 128 MBit Modul gepresst wurde ist schon beeindruckend. Alle Aufträge, alle Zwischensequenzen, reger Funkverkehr während der Kämpfe, selbst die Dossiers der einzelnen Piloten der Elitestaffel werden gesprochen. Factor 5 liefert einen eindrucksvollen Beweis für die Leistungsfähigkeit ihres Kompressionsalgorithmus. Daneben bekommt Ihr natürlich auch wieder die klassischen Musikthemen der Kinosaga geboten.

Stark anziehender Schwierigkeitsgrad
Der Schwierigkeitsgrad steigt nach den recht einfachen ersten Missionen stark an. Da man die Level aber beliebig oft angehen kann, ist das durchaus zu verschmerzen, auch wenn man sich manchmal wünscht, man hätte mehr als nur drei Leben pro Auftrag zur Verfügung. Positiv: Wenn Ihr einmal abgeschossen worden seit, müsst Ihr einen Abschnitt nicht wieder ganz von vorne beginnen, sondern spielt dort weiter, wo Euch das Ende ereilt hat. Negativ: Manchmal wisst Ihr nicht so recht, was Ihr denn genau machen sollt oder was Ihr nun genau anzugreifen habt. Wem der Schwierigkeitsgrad aber trotzdem noch zu gering ist, der sollte im Passcodes Menü der Optionen 'ACE' eingeben. Viel Spaß ...

Wenn Ihr Euch "Rogue Squadron" zulegen wollt, dann kalkuliert zusätzlich das Geld für ein Expansion Pak ein. Denn Factor 5's Actiontitel schreit förmlich nach der Speichererweiterung. In der niedrigen Auflösung des Nintendo 64 sieht die Spielegrafik (die Zwischensequenzen erstrahlen auch ohne Speichererweiterung in einer höheren Auflösung) im Vergleich zu Hi-Res sehr hässlich aus. Mit den 4 zusätzlichen MByte kommt die Grafik um Klassen besser rüber.

Expansion Pak anzuraten
Allerdings müsst Ihr auch mit Expansion Pak Slowdowns, leichte Ruckler und eingeschränkte Sichtweite ertragen. Eine große Nebelwand verhindert, dass Euer Blick weiter in die Landschaft schweift. Entschädigt werdet Ihr durch tolle Lichteffekte und schöne Explosionen. Leider, leider hat man nie den Eindruck in einem superschnellen Kampfflieger zu sitzen. Dafür schleichen die Raumschiffe einfach zu langsam über die Planetenoberflächen. Andererseits muss ich aber auch einräumen, dass das 'gemächliche' Tempo der Spielbarkeit zu Gute kommt. Wenn ich bedenke, wie schwer es wäre mit noch höherer Geschwindigkeit durch enge Canyons zu rasen ...

Mein Dank geht an Hans Meier, dessen Leihgabe diesen Test erst möglich gemacht hat :)

fazit

Die deutsche Programmiertruppe Factor 5 hat ein reinrassiges 3D Shoot'em Up auf dem Nintendo 64 gezaubert, das sein Flair erst mit dem Expansion Pak so richtig entfaltet. Wenn Ihr über gelegentliche Ruckler, die gemächliche Spielgeschwindigkeit und wenig spielerische Abwechslung hinwegsehen könnt, bekommt Ihr einen atmosphärisch dichten, adrenalinfördernden Action Titel geboten, der den Solospieler länger vor den Fernseher zu fesseln vermag. Größter Schnitzer aber ist das Fehlen eines Mehrspieler-Modus, der "Rogue Squadron" in höhere Wertungsdimensionen hätte führen können (sag).


grafik: 8.0 | sound: 9.0 | gameplay: 7.5 | gesamt: 8.0
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